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Kommentar Gymnasium Saar 02/2017, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der Woche vom 20. bis 24. März finden an den Schulen im Saarland die Personalratswahlen statt. Viele Mitglieder des Saarländischen Philologenverbands haben sich zur Kandidatur für die Örtlichen Personalräte und für den Hauptpersonalrat bereiterklärt. Für den HPR haben wir eine Liste aufgestellt, die durch die Kompetenz und das Engagement jedes einzelnen unserer Kandidaten überzeugt. Meine Bitte an Sie lautet: Gehen Sie selbst zu den Wahlen und sprechen Sie möglichst viele Kolleginnen und Kollegen auf die Wahlen an!
Zwei Gründe motivieren mich zu dieser Bitte. Erstens verdienen diejenigen Kollegen, die sich unentgeltlich und ehrenamtlich für die Interessen aller engagieren, wenigstens bei dieser einen Gelegenheit unsere geschlossene Unterstützung. Mit der Stimmabgabe zeigen wir Respekt und Anerkennung für die Arbeit, die die Personalratsmitglieder über die nächsten Jahre für uns leisten. Der zweite Grund ist inhaltlicher Natur: Mehr denn je ist heute eine starke Vertretung unserer Interessen insbesondere gegenüber dem Dienstherrn nötig. Das hat viele Ursachen, die zum Teil in den veränderten Rahmenbedingungen des Bildungsbereichs liegen. Mit der Stimmabgabe machen wir unmissverständlich klar: Gut, dass unsere Vertreter für das Gymnasium stehen!
Wie sehr sich die Unterstützung der Personalratsarbeit lohnt, kann man beispielhaft am Bereich Lehrergesundheit festmachen. Ausgehend vom Projekt „Zukunftssichere Landesverwaltung“,
das die dbb-Verbände auf Seiten der Beschäftigten maßgeblich gestaltet haben, haben unsere Personalräte im Lehrerbereich die Initiative ergriffen und Verbesserungen im lange vernachlässigten Bereich der Lehrergesundheit eingefordert. Es war nicht selbstverständlich, dass das Ministerium sich darauf eingelassen hat, sondern es ist dem nachdrücklichen und kompetenten Einsatz speziell unserer Personalvertretung – und genauso übrigens der Unterstützung durch unseren Bildungsminister Ulrich Commerçon – zu verdanken, dass ein besonders dringlicher Teilbereich, nämlich die Rahmendienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement, jetzt kurz vor dem Abschluss steht.
Dass damit nicht das Ende der Maßnahmen im Bereich Lehrergesundheit erreicht ist, sondern ein wichtiger Grundstein gelegt wurde, ist völlig klar und schlägt sich in dem (bei Redaktionsschluss noch nicht fertiggestellten) Fahrplan zu den weiteren Maßnahmen nieder: Rahmendienstvereinbarung Sucht, Gesundheitsmanagement im Lehrerbereich, Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge und zur besseren Arbeitsorganisation – so oder so ähnlich dürften wohl die wesentlichen Elemente der Arbeit in den kommenden Jahren lauten. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass starke Personalvertretungen auch in Zukunft dringend nötig sind. Abgesehen von den Personalratswahlen finden am 26. März Landtagswahlen statt. Auch bei dieser Wahl sind wir aufgerufen, unsere Stimme abzugeben, und auch bei dieser Wahl kann man nur empfehlen, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.
Welche Rolle Bildungspolitik bei der Entscheidung für oder gegen eine der Parteien spielen sollte, muss jede(r) selbst entscheiden. Auffallend ist allerdings, dass die Frage der Bildungsfinanzierung – sehr im Gegensatz zu den letzten Wahlkämpfen – in diesem Jahr (zumindest bis zum Redaktionsschluss von Gymnasium Saar) keine besondere Rolle spielt. Ob das nun der gewissen Entspannung zu verdanken ist, die scheinbar, zumindest anscheinend, in Haushaltsfragen eingetreten ist? Jedenfalls dürfte klar sein, dass diese Frage sich im Haushaltsnotlageland nicht so einfach in Luft aufgelöst hat. Wollen wir hoffen, dass die Parteien nach der Wahl noch genauso entspannt in dieser Thematik agieren wie davor.
Gegen eine solche Entspannung spricht, dass sich die sogenannte „demografische Rendite“ zunehmend als das entpuppt, was sie nach unserer Auffassung immer schon war: eine Luftnummer. Bereits heute liegen die Gymnasien aufgrund der Anmeldezahlen in der Summe ca. 50 Klassen über dem, was 2010 noch „prognostiziert“ worden war. Mehrbelastungen durch eine Vielzahl von Maßnahmen sind dem noch hinzuzurechnen. Raum für Sparmaßnahmen oder Stellenstreichungen wird es daher in unserem Bereich auf keinen Fall geben.
Unter anderem dafür, dass das auch wirklich jeder einsieht, brauchen wir einen starken Verband, der für das Gymnasium steht, und starke Personalräte, die sachlich und konstruktiv für die Interessen der gymnasialen Lehrkräfte eintreten.
Und auch deshalb sind die nächsten Wochen so wichtig.

Mit kollegialen Grüßen

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 05/2016, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

egal was kommt: Niemand wird sagen können, wir im Philologenverband hätten uns nicht mit aller Entschiedenheit gegen Populismus eingesetzt. Aber schon wieder veranlassen mich politische Ereignisse – diesmal von jenseits des Atlantiks – das Thema im „Kommentar“ von Gymnasium Saar aufzugreifen. Im Unterricht und in den Lehrerzimmern wurde und wird das von uns Lehrern ebenso verlangt. Selbstverständlich stimmen wir im Philologenverband in das große Konzert derjenigen ein, die extremistische, intolerante und demagogische Strömungen grundsätzlich ablehnen. Wir im Philologenverband können aber noch mehr: Wir sehen sehr deutlich, dass bestimmte Herangehensweisen, derer sich Populisten aller Couleur mit Vorliebe bedienen, sich klammheimlich auch im eigentlich demokratischen Spektrum festgesetzt haben. Dazu gehören in unserem Arbeitsgebiet an erster Stelle diejenigen Personen, die sich von ihrer politischen, pädagogischen oder sonst wie begründeten Euphorie dazu verleiten lassen, sachliche Argumente zu ignorieren und ihre – meistens wohlklingenden, oft aber zu wenig durchdachten – Vorhaben wie mit Scheuklappen einfach durchführen. Zu die- sem Kreis sind übrigens auch alle diejenigen zu zählen, die mit wolkigen Heils- versprechen nach dem Motto „man muss einfach nur xy einführen“ ohne jede Rücksicht auf Kosten und praktische Schwierigkeiten den Eindruck erwecken, man könne quasi alle Probleme mit einer einzigen einfachen Lösung wie von Zauberhand aus der Welt schaffen. Gerade weil solche Herangehensweisen in letzter Zeit immer öfter zu beobachten sind und sich teilweise sogar in Rechtsnormen niederschlagen, können wir wirklich froh sein, in unseren Schulen und im Philologenverband so viele Kolleginnen und Kollegen zu ha- ben, die eben nicht nur Lippenbekenntnisse zur Demokratie ablegen, sondern sich der Mühe der Rechtsstaatlichkeit und der Personalmitbestimmung unterwerfen. Auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den unterschiedlichsten Bereichen – als Beispiele seien die Personalräte oder der Vorstand des SPhV genannt – investieren diese Kolleginnen und Kollegen ihre Kraft dafür, die praktischen, fachlichen und sachlichen Argumente zu analysieren und wirksam zur Sprache zu bringen. Das geschieht in einem Kontext, in dem speziell auf den Leitungsebenen noch zu oft viel zu spät erkannt wird, dass die Sachargumente und die Sichtweisen der Praktiker nicht ein Hindernis, sondern die beste Chance für eine echte qualitative Weiterentwicklung des Schulwesens sind. Deshalb kommt der Ärger meistens prompt und laut, der Dank fast immer zu spät oder gar nicht.
Völlig unabhängig davon, ob man in jedem Punkt einer Meinung ist oder nicht, ist es mir persönlich ein großes Anliegen, dass sich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Wissen und Können auf diese Weise in die Pflege und Weiterentwicklung unserer Schulform einbringen; meiner Meinung nach tragen sie damit viel dazu bei, den Populismus von innen in seinen Schranken zu halten und den Bildungsbereich gegen den Populismus von außen zu schützen. Zu Weihnachten ist ein besonders guter Zeitpunkt, dafür auch einmal Dank zu sagen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen frohe Festtage und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 04/2016, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Wirklichkeit hat uns wieder. Sagen wir es einfach positiv: Wir dürfen mit neuem Schwung und (hoffentlich) gut erholt uns unserem Lieblingsberuf widmen. Die Erholung hatten wir auch nötig, denn das kommende Schuljahr wird anstrengend, unter anderem deshalb, weil es ein „kurzes“ Jahr wird.
Immerhin werden wir dieses Jahr am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien noch die übliche Weihnachtsfeier durchführen können. Ob das im nächsten Jahr auch noch gehen wird, steht in den Sternen, denn mit der neuen Ferienordnung soll – so zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Ausgabe von Gymnasium Saar der Plan des MBK – die Drei-Stunden-Regelung vor den Ferien gekippt werden. Das ist vor Weihnachten unschön, zumal das Ministerium wie praktisch alle anderen Behörden und wie auch viele Unternehmen selbstverständlich seine Weihnachtsfeier durchführt.
In der Praxis sieht das wohl so aus, dass in Saarbrücken schon längst die Korken knallen, während Schüler und Lehrer noch bis in den Nachmittag Unterricht machen. Ansonsten hat die Ferienordnung allerdings auch einige positive Seiten, so z.B. die Pfingstferien, auch wenn diese Woche den meisten Kollegen wohl aufgrund der Abi-Korrektur nicht viel Erholung bringen wird.
Davon abgesehen werden die Baustellen nicht mehr, sondern weniger. Die Novelle des Klassenarbeitenerlasses, die vor den Ferien für einige Aufregung gesorgt hat, wird uns alle beschäftigen. Hoffen wir einmal, dass der Minister Wort hält und tatsächlich noch Korrekturen durchführt, die den Erlass gymnasial-tauglich machen. Sicher sein können wir uns da nicht, zumal jetzt schon die üblichen Sedative ausgepackt werden, so nach dem Motto: „Eigentlich ändert sich doch nicht viel, im Wesentlichen könnt Ihr weitermachen wie bisher“. Das ist selbstverständlich Quatsch, wie man schon an den jetzt hektisch anlaufenden Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für diejenigen Schulformen sieht, in denen der Erlass bereits in Kraft tritt. Als hätten wir sonst nichts zu tun!
Eine wirklich lohnende Fortbildung dagegen ist die Veranstaltung vom MNU und SPhV am Donnerstag, dem 6. Oktober, bei der es um den Umgang mit Dyskalkulie im gymnasialen Unterricht gehen wird. Unser Referent Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer ist in höchstem Maße kompetent und beredsam, so dass wir eine informative und lebhafte Veranstaltung erwarten dürfen.
Dass Verbandsarbeit sich lohnt, zeigt auch das Beispiel Niedersachsen. Es war der dortige Philologenverband, der maßgeblich neuen Schwung in die Diskussion über die Lehrerarbeitszeit gebracht hat, in der auch wir im SPhV ja eine glasklare Linie vertreten. Man sieht daran, wie wichtig es ist, dass wir in den Verbänden den Interessen der Kolleginnen und Kollegen Gehör verschaffen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Delegiertenversammlung am 29. September (ebenfalls ein Donnerstag) gute Weichenstellungen dafür vornehmen wird.

Mit den besten Wünschen für das neue Schuljahr


Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 01/2016, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Deutschlehrer haben es nicht leicht. Josef Kraus, der streitbare – und gewiss nicht langweilige – Präsident des DL zeigt in dieser Ausgabe von Gymnasium Saar, warum das so ist. Und dass es den anderen Sprachlehrern ganz ähnlich geht, dafür sorgte der Aufreger kurz vor den Weihnachtsferien. Ein, wie es in der kurz darauf nachgeschobenen Erklärung heißt, „missverständliches“ Rundschreiben zur Schulbuchausleihe hat mehr als einem Kollegen aus den Sprachfächern einen Teil der Weihnachtsferien verdorben. Was geschehen war, hat sich längst herumgesprochen („Pauschalen“) und ist durchaus noch den einen oder anderen Satz wert. Trotzdem: Denkt man an die groben Schnitzer, die gelegentlich in anderen Bereichen der Landespolitik passieren, eigentlich eine Petitesse. Ärger hervorgerufen hat die Angelegenheit aber doch, und zwar weil viele engagierte Lehrkräfte sich im Kern ihrer Arbeit getroffen fühlten. Ganz speziell diejenigen, die ihren Schülern mit viel Sachverstand und großer Offenheit für die Interessen ihrer Schüler einen mitreißenden Lektüreunterricht gestalten. Und von solchen Lehrkräften gibt es enorm viele an unseren Gymnasien!
Klar, dass wir im Philologenverband noch vor den Weihnachtsferien in aller Deutlichkeit Stellung dazu bezogen haben. Gut auch, dass immerhin ein Reparaturversuch erfolgte, und das sogar in kurzer Zeit.
Dass dieser Reparaturversuch vermutlich nicht vollständig gelingen wird, speziell was die soziale Komponente und die Senkung des Verwaltungsaufwands angeht, ist bedauerlich. Die andauernde Missstimmung erklärt sich aber wohl eher aus dem fundamentalen Unverständnis gegenüber dem professionellen Selbstverständnis der Lehrkräfte und leider auch gegenüber den Erfordernissen des Unterrichts und der Situation an Gymnasien.
Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum das Raunen über eine Reform der GOS und – schon wieder die Sprachen – über die Einführung von Paarprüfungen im Fremdsprachenabitur von vornherein auf Misstrauen stößt. Oder könnte bei dem einen oder anderen vielleicht etwas herauskommen, was uns wirklich dabei hilft, unsere Schüler zur Studierfähigkeit zu führen? Oder handelt es sich nur um die letzten Zuckungen der Politik, bevor sie in Wahlkampfstarre verfällt? Oder schlimmer noch: Handelt es sich um die schlechte alte Mischung von Placebo-Reförmchen, Niveausenkung und Chaosstiftung? Es spricht viel dafür, dass die nächste Ausgabe von Gymnasium Saar uns einiges an Klarheit bringen wird.

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 05/2015, Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Das alte ist vergangen“ heißt es in einem Volkslied, in dem viel Weisheit steckt. Das Ende des alten Jahres ist tatsächlich ein Moment, an dem man innehält, bedenkt, was war, überlegt, was kommen mag.
In diesem Jahr können uns da merkwürdige Gedanken in den Sinn kommen. Wie war das in den 1980er Jahren? Damals hat der Bildungsminister Breitenbach, ein aufrechter Sozialdemokrat, im Brustton der Überzeugung prognostiziert, dass es im Jahr 2000 vielleicht gerade mal noch eine Handvoll Gymnasien geben werde. Und heute? Heute legt ein ebenfalls sozialdemokratisch regiertes Bildungsministerium einen Haushaltsplan vor, nach dem es im Jahr 2017 im Saarland keine Gesamtschulen mehr geben wird – Ansatz lt. Stellenplan: 0. Wie soll man dazu etwas sagen? Vielleicht mit Volksweisheiten? Tempora mutantur? Trau, schau wem? Wer anderen eine Grube gräbt? Ein gutes Gefühl will sich bei der Sache jedenfalls nicht einstellen. Wenn uns das Jahresende 2015 etwas lehrt, dann wohl, dass wir uns daran gewöhnen müssen, in unsicheren Zeiten zu leben. Bestimmt ist das ein Grund dafür, dass Zeichen entschlossenen Handelns uns in diesen Tagen so gut gefallen. So z.B. das Ergebnis des Spitzengesprächs der Verbände und Gewerkschaften mit der Landesregierung. Im Mittelpunkt dieses Gesprächs stand die Frage, wie der Öffentliche Dienst aus der Ankunft von vielen Tausend Schutzsuchenden bei uns eine Chance für das Land machen kann. In diesem Gespräch ist ein Katalog von zielgerichteten und wirksamen Akutmaßnahmen vereinbart worden, die zudem noch im Einklang mit der Pflicht zur verantwortungsvollen Haushaltsführung stehen. Das hat Vertrauen geschaffen, auch weil es eine Absage an diejenigen war, die „Flüchtlingskrise“ sagen, tatsächlich aber „Politik, als gäbe es kein Morgen“ meinen.
Selbstverständlich ist damit die Arbeit noch nicht getan. Das Nachdenken darüber, was denn nun in Zukunft sein soll, hat gerade erst begonnen. So werfen die schrecklichen Ereignisse in Paris – das Werk von in Europa ausgebildeten, aber eben nicht gebildeten Menschen – für unseren Arbeitsbereich beispielsweise die Frage auf, ob es denn wirklich richtig ist, Kompetenz vor Inhalt zu stellen. Ist es angesichts der Aufgabe der Integration von vielen neuen Mitmenschen aus aller Herren Länder richtig, sich alleine auf Kompetenz zu verlassen, oder gewinnt nicht ein breites, vertieft reflektiertes Grundwissen über die griechisch-römischen, jüdisch-christlichen Wurzeln unserer Kultur in diesem Zusammenhang „per se“ eine neue Bedeutung? Und wenn ja, welche ist das dann? Und wie setzt man das in der schulischen und unterrichtlichen Praxis um? Vieles davon ist nicht geklärt; umso mehr hat es sich gelohnt, dass wir mit am „Runden Tisch gymnasiale Bildung“ just in diesen Tagen die Diskussion darüber mit den Repräsentanten aller an Gymnasien vertretenen Fachverbände begonnen haben.
Richtig liegen wir im Philologenverband auch - eine weitere Erkenntnis aus den aktuellen politischen Ereignissen - mit unserem Einsatz für die Stärkung der Mitbestimmung. Heutzutage kann man demokratische Strukturen auch im Kleinen gar nicht wirksam und stabil genug aufstellen. Viel zu groß ist die Bedrohung durch undemokratische, parareligiös verbrämte Terroristen und viel zu verführerisch ist die Versuchung durch autoritäre und „effiziente“ oder „pragmatische“ Antworten darauf. Auch in diesem Feld liegt im nächsten Jahr noch viel Arbeit vor uns. Dazu wünsche ich uns allen viel Glück und ausreichend Zeit zur Besinnung in den kommenden Tagen - oder, wie es im Volkslied heißt: „Glück zu, Glück zu, zum neuen Jahr“. 

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender