Der Saarländische Philologenverband sorgt dafür, dass Sie auf dem Laufenden bleiben.
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Kommentar Gymnasium Saar 02/2013 Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

egal ob Ganztagsschulverordnung, Abschaffung der Versetzung oder Pflichtpraktika vor Beginn des Studiums – bei fast jeder bildungspolitischen Initiative der letzten Zeit fragen wir uns: „Wie in aller Welt kann man auf so etwas kommen?” Eine Antwort darauf finden wir fast nie und zwar – so meine Vermutung – weil die Frage falsch gestellt ist. Richtiger ist die Frage, was damit erreicht werden soll. Beispiel Eignungsüberprüfung von Lehramtsstudenten durch „freiwillige” Praktika vor Beginn des Studiums. Dass das weder realisierbar noch überhaupt sinnvoll ist, erkennt jede(r) von uns auf den ersten Blick. Dementsprechend harsche Kritik gab es ja in der Öffentlichkeit auch von allen sachverständigen Gesprächspartnern. Aber was wurde mit diesem Vorschlag erreicht? Einer breiten Öffentlichkeit wurde suggeriert, dass viele Lehrkräfte im Moment – zumindest potenziell - für ihren Beruf gar nicht geeignet seien. Außerdem wurde der Öffentlichkeit klargemacht, dass es in Wirklichkeit hauptsächlich auf eben diese „Eignung” ankomme, nicht aber auf die fachliche und pädagogische Ausbildung, die quasi nur noch eine Begleiterscheinung des Wegs in den Lehrerberuf ist. Das Ziel der Übung ist klar: Es wird das Misstrauen gegenüber uns Lehrkräften geschürt, insbesondere bei den Eltern. Außerdem wird das Berufsbild des Lehrers in Richtung des reinen Erziehers verändert – mit allen Konsequenzen, z.B. im Hinblick auf die Besoldung, die das haben soll.
Dass wir im Philologenverband dieses Spiel nicht mitmachen, versteht sich von selbst. Das machen wir nicht mit in der Besoldungsfrage, wo wir in einer Linie mit unserer Dachorganisation, dem dbb beamtenbund und tarifunion, für eine angemessene Besoldungserhöhung gekämpft – und gewonnen – haben. Das machen wir auch in der öffentlichen Diskussion nicht mit, in der wir mit klaren Worten für vernünftige Konzepte in der Bildungs- und Schulpolitik werben. Und auch in der Personalratsarbeit machen wir das nicht mit. Wenn die Erfahrungen der letzten Jahre eines gezeigt haben, dann doch wohl das: Besonders wir Lehrkräfte an Gymnasien brauchen eine sachverständige und engagierte Vertretung unserer Interessen – gerade auch in den Personalräten. Deshalb stellen sich Mitglieder aus unseren Reihen an vielen Schulen zur Wahl, und auch für den Hauptpersonalrat haben wir ein starkes Team von jungen und von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen versammelt, das die erfolgreiche Arbeit unseres Verbandes im Hauptpersonalrat weiterführen wird.
In dieser Ausgabe haben Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, reichlich Gelegenheit, sich über unsere Kandidaten und deren Vorstellungen zu informieren. Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung – und schweigen Sie bitte nicht darüber! „Viel hilft viel”, weiß der Volksmund, und auch bei Personalratswahlen gilt: Eine starke Interessenvertretung braucht ein überzeugendes Votum der Kolleginnen und Kollegen. Daher mein Aufruf: Gehen Sie zur Wahl – und nehmen Sie möglichst viele Kolleginnen und Kollegen mit!

Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

 

Kommentar Gymnasium Saar 01/2013 Dr. Marcus Hahn, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei! Woche für Woche haben wir uns angehört, wie unglaublich wichtig unsere schulische Arbeit für die Schüler, für die Familien, für die Wirtschaft, für das soziale Miteinander – kurz und gut: für die ganze Zukunft unseres Landes – in Wirklichkeit doch sei. „OK”, haben wir bei uns gedacht, „lassen wir euch reden, auch wenn wir wissen, dass ihr damit nicht selten auch von eurer eigenen Verantwortung ablenken wollt, oder dass ihr auf unsere Kosten Versprechungen in die Welt setzt, für die ihr dann in Form von Wählerstimmen belohnt werden wollt”. Zähneknirschend haben wir auch akzeptiert, dass den schönen Reden in den meisten Fällen nur wenig Greifbares an Taten folgte. Jetzt aber, wo es auf die nächste Tarifrunde zugeht, wollen wir wenigstens einmal Ergebnisse sehen! Wir fordern gemeinsam mit dem dbb eine spürbare Erhöhung unserer Besoldung, und das nicht nur deshalb, weil wir uns mit unserem Engagement und mit der Qualität unserer Arbeit eine angemessene Bezahlung tatsächlich verdient haben. Unsere Forderung ist auch Teil unseres Beitrags für die Zukunft unseres Landes. Man sieht es in den Krisenländern Europas: Starke, auf Dauer überlebensfähige Länder gibt es nur mit einem leistungsstarken Öffentlichen Dienst, und den gibt es eben nicht zum Nulltarif. Gerade wir an Gymnasien, die wir beim Wettbewerb um die besten Köpfe in direkter Konkurrenz zur Privatwirtschaft stehen, können es uns nicht länger leisten von der allgemeinen Lohnentwicklung abgehängt zu werden.
Zukunftssicherheit ist auch das Thema bei der Neufassung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für die Lehrämter zum 1. Februar dieses Jahres. Damit findet die Neuordnung des saarländischen Schulsystems, die mit der Einführung des sogenannten Zwei-Säulen-Modells begonnen hatte, ihren – vorläufigen – Abschluss. Der alles entscheidende Punkt bei der Reform des Referendariats liegt in dessen Verkürzung auf 18 Monate. Mit diesem Schritt folgt das Saarland einer Reihe von Bundesländern, die ebenfalls einen Teil der früher in der zweiten Ausbildungsphase angesiedelten Ausbildungsteile in die erste Phase, sprich: in das Studium, verlagert haben. Zumindest wird man der saarländischen Politik also nicht vorwerfen können, wieder einmal mit einer schlecht abgestimmten Einzelaktion vorgeprescht zu sein. Trotzdem stellt sich natürlich die Frage: Wird das auf Dauer tragen?
Ein wirklich gutes Gefühl können wir bei unserem Team von Kandidaten haben, das die letzte Delegiertenversammlung in das Rennen um den neu zu wählenden Hauptpersonalrat geschickt hat. Auch darüber können Sie sich, liebe Kolleginnen und Kollegen, in dieser Ausgabe von Gymnasium Saar informieren. Die Delegiertenversammlung hat einen guten Mix aus erfahrenden Personalräten und engagierten jungen Kolleginnen und Kollegen gefunden, die die erfolgreiche Personalratsarbeit des Philologenverbands fortsetzen werden. Zumindest in diesem Punkt kann ich also darauf vertrauen, dass meine besten Wünsche für das Jahr 2013 gewiss in Erfüllung gehen.


Ihr
Dr. Marcus Hahn
Vorsitzender

Kommentar Gymnasium Saar 04/2012 Klaus Lessel, Vorsitzender

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der bundesweiten Presse (u.a. Saarbrücker Zeitung vom 06.09.2012: „Verkürztes Gymnasium fällt bei Eltern durch“) wurde im September eine Emnid-Umfrage  veröffentlicht, laut der 79 Prozent der Eltern „das Turbo-Abi“ und damit G8 deutlich ablehnen. Beweist das jetzt endlich, dass Befürworter von Gesamt- bzw. Gemeinschaftsschulen mit ihren Vorstellungen von Schule und ihren Ressentiments gegen das Gymnasium Recht haben? Wie so häufig zeigt sich auch hier die Krux mit der Statistik.
Bleiben wir im Saarland, weil wir hier unsere Erfahrungen mit dem Elternwillen bei den Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen gemacht haben. Warum melden so viele Eltern (über 40 Prozent) ihre Kinder am Gymnasium an, wenn statistisch gesehen 79 Prozent das Gymnasium mit seinem 8-jährigen Abitur  ablehnen? Laut dieser Umfrage wünschen sich „drei von vier Eltern, dass Kinder länger als vier Jahre in der Grundschule gemeinsam lernen“. Warum konnte die Einführung des 5. Grundschuljahres im Saarland politisch nicht durchgesetzt werden? Hat da nicht auch der Elternwille eine wesentliche Rolle gespielt? Ich habe den Eindruck, dass es manchen Zeitgenossen nicht gefällt, wenn Ruhe in die Schullandschaft einkehrt.  Also muss wieder einmal eine Untersuchung durchgeführt werden, die  Unruhe stiftet, die das Bestehende in Frage stellt, mit dem Ziel, wieder einmal das Gymnasium in irgendeiner Form schlecht zu reden.
Aber letztlich wissen wir und auch die Eltern, die ihre Kinder am Gymnasium anmelden, dass dort gute Arbeit geleistet wird und das Bild von einer rein selektiven, nicht mehr zeitgemäßen Schule längst nicht mehr stimmt, auch wenn es von bestimmter Seite immer wieder neu gemalt wird.
Seit ich im Vorstand des SPhV bin, also seit fast 30 Jahren, wird der Verband mit dieser Diskussion konfrontiert. Und ich bin sicher, mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin wird sich mit diesem Thema auch weiterhin befassen müssen. Wir werden uns aber nicht unterkriegen lassen, weil wir auf dem richtigen Weg sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wende mich mit dieser Ausgabe zum letzten Mal an Sie. Für den nächsten Vorstand, der im November gewählt wird, werde ich aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Deshalb möchte ich mich bei Ihnen bedanken, für Ihre Treue  zum SPhV, für Ihr Verständnis, wenn nicht alles so gelungen ist, wie Sie sich und auch wir uns das vorgestellt haben. Ich bedanke mich bei meinen Vorstandskolleg(inn)en für die ausgezeichnete kollegiale Zusammenarbeit und bei den Delegierten des Verbandes für ihr großes Engagement und ihre Mühe.
Mir bleibt zum Schluss nur zu wünschen, dass der Verband mit jungen Kräften weiter erstarkt und für unsere Mitglieder auf möglichst vielen Ebenen Erfolge erzielen kann.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft beruflichen Erfolg, persönliche Zufriedenheit und Gesundheit.

Ihr
Klaus Lessel
Vorsitzender