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Pressemitteilung vom 11.06.2017
Im Artikel der Saarbrücker Zeitung vom Samstag, 10. Juni, wird eine Pressemeldung der GEW zitiert, nach der Gymnasiasten Hauptschulabschluss ‚nachgeworfen‘ werde, egal mit welchen Noten.
„Die gewählte Formulierung ist mit Blick auf die betroffenen Schülerinnen und Schüler ausgesprochen unglücklich und vor allem sachlich falsch“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes (SPhV).
Der SPhV stellt klar, dass an den Gymnasien ein Hauptschaulabschluss nur auf besonderen Antrag auf einem Abgangszeugnis bestätigt werde. Bei diesem Zeugnis werden die Noten der Schüler – im Unterschied zum Jahreszeugnis der Klassenstufe 9 – vom gymnasialen Anforderungsniveau auf das der Hauptschule umgerechnet. Zudem enthält das Abgangszeugnis neben der Bestätigung des Hauptschulabschlusses auch die Bemer- kung, dass die Noten nicht dem gymnasialen Niveau entsprechen.
„Das Bildungsziel des Gymnasiums ist die Allgemeine Hochschulreife. Auf dieses Bil- dungsziel hin ist der Bildungsgang der grundständigen Gymnasien von Klassenstufe 5 ab ausgerichtet.“ so Hahn weiter. „Alle weiteren Abschlüsse werden nur auf Antrag bestätigt.“
Pressemitteilung vom 29.05.2017

„Jedes Jahr dasselbe: Pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen kocht im Saarland auch die leidige Diskussion über Hitzefrei hoch. Diese Diskussion müsste schon längst überflüssig sein“, bemängelt Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands (SPhV). Aus Sicht des SPhV ist es nicht hinnehmbar, dass noch zehn Jahre nach der faktischen Abschaffung der Hitzefrei-Regelung im Jahr 2006 an vielen Schulen – darunter auch Gymnasien – keine ausreichenden Vorkehrungen gegen die sommerliche Hitzeeinwirkung getroffen worden sind. Lehrkräfte berichten davon, dass an manchen Standorten in bestimmten Klassenräumen Temperaturen von mehr als 30 Grad erreicht werden. Die Folgen davon sind jedes Jahr dieselben: völlig ermattete Schüler, ausfallende Technik, abstürzende Computer, sinkende Lernleistungen und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer.

Kein gutes Haar lässt der SPhV an den notdürftigen Versuchen, die baulichen Mängel an den Schulen durch unterrichtsorganisatorische Maßnahmen zu verbergen: „Lernen nach Sonnenstand“, also z.B. Unterricht in schattige Räume zu verlegen oder im Freien durch andere Tätigkeiten zu ersetzen, ist eines Schulwesens in einem hochentwickelten Industriestaat schlichtweg unwürdig. Stattdessen muss der Hitzeschutz endlich durch bauliche Maßnahmen sichergestellt werden. Bereits die Beschattung der Räume, vor allem aber eine Belüftung, die trotz brandschutz- und sicherheitstechnischer Vorgaben eine ausreichende Kühlung der Klassenräume erlaubt, können helfen. Als Minimalziel fordert der SPhV, dass die Arbeitsbedingungen in Klassenräumen zumindest den Vorschriften des Arbeitsschutzes entsprechen, denn was die Politik von privaten Arbeitgebern für deren erwachsene Mitarbeiter einfordert, darf sie selbst ihren minderjährigen Schülern nicht vorenthalten.

„Bildungsministerium und Schulträger müssen das Problem der Überhitzung von Klassenräumen endlich in den Griff bekommen. Wir im SPhV fordern gut abgestimmte und wirksame Investitionen, damit unsere Schüler auch im Sommer nicht garen, sondern reifen“, so Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 17.05.2017

„Wir gratulieren Bildungsminister Ulrich Commerçon zur erneuten Ernennung“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands (SPhV) „und wünschen uns für die Zukunft eine zielgerichtete und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Lehrkräfte und der Gymnasien.“

Für den SPhV stellt der zwischen CDU und SPD ausgehandelte Koalitionsvertrag eine „brauchbare Grundlage“ für eine vernünftige Bildungspolitik dar. Neben einigen dringend notwendigen Korrekturen von Fehlern der Vergangenheit – wie z.B. beim Leistungsbewertungserlass – fällt der weitgehende Verzicht auf bildungspolitisches Pathos beim Koalitionsvertrag 2017 positiv auf.

„Speziell das Bekenntnis zur schulformspezifischen Lehrerbildung und zur erstrangigen Bedeutung des Fachunterrichts zeugen von einem erfolgreichen Lernprozess der Bildungspolitik“, so Marcus Hahn weiter. Auch das Versprechen, die Lehrer durch Assistenzkräfte von Routine- und Verwaltungsaufgaben entlasten zu wollen – eine langjährige Forderung des SPhV – sieht der Verband positiv.

Ein gravierendes Manko stellt dagegen das Fehlen aus Sicht des SPhV die halsstarrige Verweigerung der längst überfälligen Absenkung der Pflichtstundenzahl der Lehrer dar. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass die Koalition sich bei diesem Thema „durchwurschtelt“; beim Thema Arbeitsbedingungen ist der neue und alte Minister in seiner Rolle als Dienstherr gefordert. Die Lehrerinnen und Lehrer im Land erwarten zu Recht, dass er dieser Rolle gerecht wird“.

offener Brief vom 06.11.2016

Ihre Artikel „Zu viele Zwangs-Halbtagsschulen“ sowie „Wahlkampf erreicht Schulen“ in der Saarbrücker Zeitung von 5./6. November 2016
Saarbrücken, 06.11.2016

Sehr geehrter Herr Klostermann,
es ist ehrenhaft, für eine demokratische Partei wie die SPD oder für deren Wahlkampfaussagen zu werben. Nicht ehrenhaft ist es, zu diesem Zweck falsche Behauptungen zu verbreiten, auch nicht über die saarländischen Gymnasien. Das von Ihnen vermisste Angebot „von 8 bis 16 Uhr, mit einer mindestens 45-minütigen Mittagspause“ stellen in Wahrheit alle grundständigen Gymnasien im Saarland den Eltern zur Wahl. Falsch, zumindest aber grob irreführend ist ebenso, dass die Ganztagsangebote „ganz kostenlos“ seien, wie Sie schreiben. Im saarländischen Landeshaushalt sind alleine im Kapitel 0603 für diesen Zweck mehr als 18 Millionen Euro für das Jahr 2016 veranschlagt.
Ebenso irreführend sind viele der in Ihrem Artikel zitierten Aussagen zum Bedarf an Ganztagsschulangeboten und zu deren pädagogischem Wert. Das allerdings ist Ihnen nun ausdrücklich nicht anzulasten, denn selbstverständlich veranlasst Ihre journalistische Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung Sie dazu, von „Experten“ getätigte Äußerungen auch dann wiederzugeben, wenn es sich um Unsinn oder Verdrehungen der Wahrheit handelt.
Ausgesprochen befremdlich sind dagegen Ihre Aussagen im Kommentar zum Hauptartikel. Sie raunen davon, dass die CDU das Gymnasium schützen wolle. Damit präsentieren Sie den Lesern eine Soße, die sofort nach Populismus stinkt, wenn man sie nur einmal rührt. Die Wahrheit ist: In unserem Land braucht niemand den Schutz durch eine Partei: Weder braucht die deutsche Kultur den Schutz durch Rechtsradikale noch braucht das Asylrecht den Schutz durch Linksextremisten – und erst recht braucht das Gymnasium als staatliche, in der Verfassung verankerte Schulform keinesfalls den Schutz durch eine Partei. Das Gymnasium mit seinen Lehrkräften, Schülern und Eltern steht unter dem Schutz der Landesregierung, verkörpert durch den Bildungsminister Ulrich Commerçon. Wir im Philologenverband haben nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Bildungsminister seinen Amtspflichten gemäß seinem Diensteid nachkommt.
Über eines, sehr geehrter Herr Klostermann, sind wir uns mit Sicherheit einig: Damit unsere Demokratie weiter intakt bleibt, brauchen wir unbedingt eine freie Presse, die auch klar Standpunkte bezieht, sich aber an keiner Stelle in den Dienst politischer Propaganda stellt. Genauso dürfen wir es aber nicht zulassen, dass der Eindruck erzeugt wird, staatliche Institutionen würden von Parteien vereinnahmt werden – und sei es nur als Winkelzug der Gegnerpropaganda. Wir im Philologenverband lehnen eine derartige Vereinnahmung für das Gymnasium und für seine Lehrkräfte, Schüler und Eltern entschieden ab, weil wir für Demokratie und Pluralismus stehen.
Gerade weil die freiheitliche Demokratie in unserer Zeit zunehmend angegriffen wird, formuliere ich diese unsere Position Ihnen gegenüber so deutlich. Und weil es sich dabei eben nicht um eine Privatsache handelt, sondern den Kern unserer Demokratie berührt, haben Sie sicher Verständnis dafür, dass ich diesen Brief auch nicht nur als Privatsache behandele, sondern ihn den Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien zur Kenntnis bringe, von denen ja viele auch zu Ihrer Leserschaft gehören. Davon unberührt bleibt, dass wir im Philologenverband Ihnen selbstverständlich für weitere Informationen zum Thema „Ganztagsangebote an Gymnasien“ zur Verfügung stehen.

Hochachtungsvoll
Marcus Hahn, Vorsitzender

Pressemitteilung vom 29.10.2016

Der Saarländische Philologenverband weist darauf hin, dass die saarländischen Gymnasiasten beim IQB-Bildungstrend 2015 hervorragende Ergebnisse im Fach Englisch erzielt haben. Im Ranking der Gymnasien erreichen die saarländischen Gymnasiasten beim Hörverstehen den vierten, im Leseverstehen sogar hinter Bayern den zweiten Platz, und das trotz der bundesweit sehr viel höheren Niveaus der gymnasialen Ergebnisse.
„Selbst im Vergleich mit den Gymnasiasten anderer Bundesländer erreichen die saarländischen Gymnasiasten hervorragende Ergebnisse. Das unterstreicht die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an saarländischen Gymnasien“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Auch die Ergebnisse im Spitzenbereich können sich sehen lassen: Sowohl beim Leseverstehen als auch beim Hörverstehen ist der Anteil der saarländischen Gymnasiasten, die den in der Studie des IQB angesetzten Optimalstandard erreichen, außergewöhnlich hoch.
Zugleich warnt der Saarländische Philologenverband davor, die Ergebnisse der Studie zu überschätzen. Beim „Bildungstrend 2015“ handelt es sich um eine punktuelle Leistungsstudie, die Repräsentativität höchstens für die Schüler des einzelnen untersuchten Jahrgangs beanspruchen kann. Zu bemängeln ist auch, dass die Studie dem speziellen Bildungsauftrag der einzelnen Schulformen zu wenig gerecht wird. Dies ist nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands besonders bei den Gymnasien ein bedauerliches Manko, weil z.B. bei den Sprachen der über die erfolgreiche Vermittlung von Sprachkompetenzen hinausgehende Beitrag zur Studierfähigkeit der Schüler nicht ausreichend gewürdigt wird. „Gerade deshalb wäre es schön, wenn angesichts der herausragenden Ergebnisse der saarländischen Gymnasiasten in der jüngsten Studie von offizieller Seite auch einmal ein Lob für die Arbeit der Gymnasien zu hören wäre“, so Marcus Hahn.