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Pressemitteilung vom 02. August 2016

Studie der Universität Göttingen zeigt: Lehrkräfte an Gymnasien im Saarland leisten 10.000 bis 15.000 Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche
SPhV fordert Senkung der Pflichtstundenzahl für Lehrkräfte an Gymnasien im Saarland um zwei Stunden

Der Saarländische Philologenverband fordert umgehend eine Absenkung der wöchentlichen Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte an Gymnasien um zwei Stunden.
Eine Studie der Universität Göttingen hat gezeigt, dass Lehrkräfte an Gymnasien mit einer Arbeitszeit von teilweise mehr als 48 Stunden pro Woche extrem belastet sind. Nach den Messungen der Wissenschaftler, die im Auftrag der GEW Niedersachsen erfolgten, bedeutet an Gymnasien jede Schulstunde einen Arbeitsaufwand von ca. 2,5 Zeitstunden für die Lehrkraft. Diese Ergebnisse decken sich mit früheren Arbeitszeituntersuchungen des Philologenverbands und gelten genauso für die Lehrkräfte an Gymnasien im Saarland.
„Insbesondere der Zeitaufwand für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, der an Gymnasien besonders groß ist, wird von der Politik völlig unterschätzt. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Lehrkräfte an Gymnasien Woche für Woche 10.000 bis 15.000 Stunden unbezahlte Mehrarbeit leisten müssen“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Der Philologenverband warnt vor spitzfindigen Diskussionen über die Übertragbarkeit der niedersächsischen Ergebnisse. Schon seit Langem weist der Saarländische Philologenverband darauf hin, dass die Erhöhung der Arbeitszeit um zwei Stunden, die vor Jahren als „Übergangsmaßnahme“ eingeführt worden war, ungerecht und unzumutbar war. „Praktisch sieht es so aus, dass auch das Saarland seine Lehrkräfte an Gymnasien für einen erheblichen Teil ihrer Arbeit einfach nicht bezahlt. Das ist nicht in Ordnung und muss dringend geändert werden“, so Marcus Hahn weiter. Für den Fall, dass die Politik im Saarland sich nicht freiwillig zu ihrer Verantwortung für ihre Lehrkräfte an Gymnasien bekennt, erwägt der Saarländische Philologenverband ein ähnliches Vorgehen wie in Niedersachsen.