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Pressemitteilung vom 29.05.2017

„Jedes Jahr dasselbe: Pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen kocht im Saarland auch die leidige Diskussion über Hitzefrei hoch. Diese Diskussion müsste schon längst überflüssig sein“, bemängelt Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands (SPhV). Aus Sicht des SPhV ist es nicht hinnehmbar, dass noch zehn Jahre nach der faktischen Abschaffung der Hitzefrei-Regelung im Jahr 2006 an vielen Schulen – darunter auch Gymnasien – keine ausreichenden Vorkehrungen gegen die sommerliche Hitzeeinwirkung getroffen worden sind. Lehrkräfte berichten davon, dass an manchen Standorten in bestimmten Klassenräumen Temperaturen von mehr als 30 Grad erreicht werden. Die Folgen davon sind jedes Jahr dieselben: völlig ermattete Schüler, ausfallende Technik, abstürzende Computer, sinkende Lernleistungen und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer.

Kein gutes Haar lässt der SPhV an den notdürftigen Versuchen, die baulichen Mängel an den Schulen durch unterrichtsorganisatorische Maßnahmen zu verbergen: „Lernen nach Sonnenstand“, also z.B. Unterricht in schattige Räume zu verlegen oder im Freien durch andere Tätigkeiten zu ersetzen, ist eines Schulwesens in einem hochentwickelten Industriestaat schlichtweg unwürdig. Stattdessen muss der Hitzeschutz endlich durch bauliche Maßnahmen sichergestellt werden. Bereits die Beschattung der Räume, vor allem aber eine Belüftung, die trotz brandschutz- und sicherheitstechnischer Vorgaben eine ausreichende Kühlung der Klassenräume erlaubt, können helfen. Als Minimalziel fordert der SPhV, dass die Arbeitsbedingungen in Klassenräumen zumindest den Vorschriften des Arbeitsschutzes entsprechen, denn was die Politik von privaten Arbeitgebern für deren erwachsene Mitarbeiter einfordert, darf sie selbst ihren minderjährigen Schülern nicht vorenthalten.

„Bildungsministerium und Schulträger müssen das Problem der Überhitzung von Klassenräumen endlich in den Griff bekommen. Wir im SPhV fordern gut abgestimmte und wirksame Investitionen, damit unsere Schüler auch im Sommer nicht garen, sondern reifen“, so Marcus Hahn.