Der Saarländische Philologenverband sorgt dafür, dass Sie auf dem Laufenden bleiben.
Informieren Sie sich über aktuelle Themen in der saarländischen Bildungslandschaft und über die Positionen unseres Verbandes.

Ihre Meinung ist uns wichtig. Schreiben Sie uns unter geschaeftsstelle@phv-saar.de !

Pressemitteilung vom 12. Juni 2015

Der Saarländische Philologenverband ruft alle Beteiligten dazu auf, bei der Diskussion über die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte den Weg der Vernunft zu beschreiten.
„Die ständige Wiederholung der Argumente und das ewige Abwiegeln der Politik führt uns keinen Schritt weiter“, bemängelt Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands. Nach Auffassung des Philologenverbands hat das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen einen schnurgeraden Weg zur Lösung des Problems aufgezeigt. Das Gericht verlangt vom dortigen Bildungsminister eine objektive empirische Untersuchung der tatsächlichen Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, die insbesondere die außerunterrichtlichen Verpflichtungen durch Vor- und Nachbereitung von Unterricht, Korrekturtätigkeiten, Konferenzen, Elterngespräche, Klassenfahrten und anderes einbezieht.
„Angesichts der hohen Beträge, die das Land in anderen Bereichen für externe Beratung und für Gutachten ausgibt, ist es völlig unverständlich, dass eine solide Arbeitszeituntersuchung nicht auch bei uns im Saarland durchgeführt wird – es sei denn, die Verantwortlichen fürchten sich vor den absehbaren Ergebnissen“, so Marcus Hahn weiter.
Der Saarländische Philologenverband tritt seit Jahren bereits für eine Absenkung der Pflichtstundenzahl ein.

 

Pressemitteilung vom 29. Mai 2015

Der Saarländische Philologenverband spricht sich für ein Förderkonzept aus, bei dem die Bedürfnisse der Schüler erkennbar an erster Stelle stehen. „Eine sinnvolle Förderung an Gymnasien“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Philologenverbandes, „muss an den Stärken der Schüler ansetzen – und nicht bei vermeintlichen Defiziten von Lehrern“.
Die Herausforderung des gymnasialen Bildungsgangs besteht darin, die individuellen Begabungen und Interessen der Schüler als wertvolle Potenziale zu begreifen, die es für das schulische Lernen nutzbar zu machen gilt. Genau das leisten die Lehrkräfte an den saarländischen Gymnasien jetzt bereits durch eine Vielzahl von Fördermaßnahmen wie z.B. die Teilnahme an Wettbewerben, das Angebot von Arbeitsgemeinschaften oder durch die Einbindung von Schülerlabors und anderen außerschulischer Lernorten.
Hilfreich wäre aus Sicht des Philologenverbands ein praktischer Beitrag des Bildungsministeriums zur Verstetigung und Vernetzung dieser Förderansätze innerhalb der Schulen und der individuellen Bildungsbiographien der Schüler gewesen.
„Selbstverständlich würden solche Maßnahmen zusätzliche Kosten verursachen. Aber wenn Fördern am Gymnasium ernst gemeint sein soll, müssen die dafür eingesetzten Lehrerstunden auch tatsächlich den Schülern zugute kommen. Die notwendige Entlastung der Lehrkräfte für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien oder zur Erarbeitung von Konzepten muss zusätzlich gewährt werden“, so Marcus Hahn weiter.
Eine klare Absage erteilt der Philologenverband der sich ausbreitenden methodischen Monokultur an Schulen. Die Vielfalt von Unterrichtskonzepten zusammen mit der guten fachlichen Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen bilden die wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg individueller Förderung. Zu dieser Vielfalt gehören sicherlich auch Formen selbstorganisierten Lernens, sogenanntes SOL, allerdings muss die Auswahl der geeigneten Unterrichtsmethode stets in der Verantwortung der unterrichtenden Lehrkraft bleiben. Die Hoffnung, durch flächendeckenden Einsatz von SOL alle Probleme lösen zu können, hat sich als Illusion erwiesen.
„Gerade potenzialorientierte Förderung kann nur gelingen, wenn Schulen und Lehrkräfte sich mehr zutrauen als nur die unterrichtliche „Lernbegleitung" ihrer Schüler. Schüler und ihre Eltern haben ein Recht darauf, dass die Lehrkräfte ihre aktive Rolle bei der Erziehung und der Vermittlung von Fachwissen ernst nehmen“, resümiert Marcus Hahn die Position seines Verbandes.

Pressemitteilung vom 28. Mai 2015

Als "sinnvolle Investition zur Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels in der Schule" bezeichnete Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes, die geplante Einführung des Ethik-Unterrichts ab Klassenstufe 5. Bei der Anhörung im Saarländischen Landtag zur Änderung des Schulordnungsgesetzes hob der Philologenverband positiv hervor, dass mit dem geplanten Gesetz die Voraussetzungen für eine hochwertige Ergänzung des konfessionellen Religionsunterrichts geschaffen werden. "Die Bedeutung der Arbeit der Lehrkräfte in den Fächern Religion und Ethik kann angesichts des gesellschaftlichen Wandels kaum überschätzt werden", so Marcus Hahn weiter. Daher ist auch die Errichtung eines eigenen Studiengangs im Fach Ethik für den Philologenverband nur eine logische Konsequenz des jetzt eingeschlagenen Weges.
Ausdrücklich warnt der Philologenverband jedoch vor einer Dramatisierung der Kosten für das neue Unterrichtsangebot: "Zweifellos wird der zusätzliche Ethik-Unterricht auch zusätzliche Mittel erfordern, genauso wie die Erarbeitung der entsprechenden Lehrpläne und auch die Errichtung von Ausbildungsstrukturen für die Ethik-Lehrkräfte. Das sind aber notwendige Investitionen, die eine Gesellschaft im Wandel eben aufbringen muss, wenn sie eine friedliche Zukunft will."

Stellungnahme vom 12. Mai 2015

Eines kann man sicher sagen: Die angekündigte Neuregelung der Reisekosten bei Klassenfahrten ist ein Erfolg der Lehrerverbände im dbb. Nach jahrelangem „Prüfen“ und Hinhalten durch die Landesregierung haben die Lehrerverbände im dbb eine Abänderung der rechtswidrigen Praxis erwirken können. Wie diese aussieht, ist noch nicht bekannt. Man hört von einem grundsätzlichen Erstattungsanspruch der Lehrkräfte, zugleich auch von einer pauschalen Höchstgrenze und gegebenenfalls sogar von einer Nicht-Genehmigung von Fahrtanträgen. Völlig klar, dass bei einer solchen Regelung Fragen laut werden: Schulleiter werden um das Profil ihrer Schule bangen, wenn Austauschprogramme in Gefahr geraten, weil die dazu notwendigen Fahrten nicht mehr durchgeführt werden können; Eltern werden bemängeln, dass ein interessantes außerunterrichtliches Lernangebot eingeschränkt wird; vielleicht werden Schüler sich fragen, ob es gerecht ist, ihnen die Chance auf Teilnahme an Fahrten in der Klassengemeinschaft zu beschneiden. Schließlich wird der ein oder andere Praktiker sich fragen, wie wohl die Genehmigungspraxis durch die Schulaufsicht aussehen wird, wenn eventuell ab kommendem Schuljahr jede Fahrt einzeln (inklusive Kostenplan) vorab zu prüfen ist. Ob dazu wohl eigens personelle Ressourcen geschaffen werden müssen oder ob man das den Schulleitungen überlässt? Diese und ähnliche Fragen werden letztlich erst zu klären sein, wenn die Neuregelung sich in der Praxis bewähren muss. Bis dahin können wir Lehrkräfte wenigstens als positiv verbuchen, dass eine ewige Baustelle des Berufsrechts beseitigt ist – oder vielleicht auch nicht? Hat doch ein Verwaltungsgericht in Hessen gerade erst die pauschale Beschränkung der zu erstattenden Reisekosten für rechtswidrig erklärt. Fortsetzung folgt. …

Pressemitteilung vom 27. April 2015

Der Saarländische Philologenverband begrüßt die von der IHK des Saarlandes angestoßene Debatte über den Sinn der "Abitur für alle"-Politik.

"Wenn die IHK des Saarlandes den Akademisierungswahnsinn beklagt, spricht sie vielen Lehrkräften an Gymnasien aus dem Herzen", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands. Der Philologenverband fordert seit jeher differenzierte schulische Angebote, die durch ihre überzeugende Qualität die Attraktivität beruflicher Bildungswege herausarbeiten.
Allerdings ist die gegenwärtige Misere der Bachelor-Abschlüsse hausgemacht. Bei der Bologna-Reform wurde - nicht zuletzt auf Druck der Wirtschaft - mit dem Bachelor ein Abschluss eingeführt, der speziell bei der Berufsvorbereitung nur teilweise den Erwartungen entspricht. "Den zumindest in manchen Fächern eklatanten Problemen des Bachelor-Abschlusses wird man mit Studien- oder Berufsberatung an den Schulen alleine sicher nicht Herr werden", so Marcus Hahn weiter. Dies gilt insbesondere für die Gymnasiasten, die nach ihrem Abitur überdurchschnittlich hohen Studienerfolg und überdurchschnittlich geringe Studienabbrecherquoten erzielen.
Statt dessen tut eine Diskussion über notwendige Verbesserungen in manchen Bachelor-Studiengängen Not. Auch die Universitäten müssen sich nach Auffassung des Philologenverbands darüber klar werden, dass Bildung mehr bedeutet als nur Kompetenzentwicklung. Zu beklagen ist aus Sicht des Philologenverbands vor allem die in vielen Studiengängen zu hohe Zahl der Prüfungen und Klausuren, wodurch viele Lehrveranstaltungen zu reinen Prüfungsvorbereitungen verkommen.
Als besonders gravierend sieht der Philologenverband auch die zu hohe Zahl der Studienabbrecher an, die ihr Studium häufig aus fachlichen Gründen nicht bewältigen. An diesem Punkt kann sicherlich eine verbesserte Studienberatung Hilfe bringen. Vor allem aber sollte die hohe Zahl der Studienabbrecher eine Mahnung für alle diejenigen sein, die zugunsten höherer Abiturientenquoten weiteren Niveauabsenkungen im Bereich des Abiturs das Wort reden.