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Pressemitteilung vom 21. November 2014

Deutsche Gymnasiasten zählen auch hinsichtlich ihrer Kompetenz im Umgang mit elektronischen Medien zur weltweiten Spitze.

„ICILS 2013 ist ein Beleg für die hervorragende Arbeit der Lehrkräfte an Gymnasien, die die fachliche und pädagogische Herausforderung durch die Mediengesellschaft angenommen und gemeistert haben“, so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, mit Blick auf die „International Computer and Information Literacy Study 2013“. Die Studie zeige weiterhin, dass ein blindwütiger Einsatz von Computern im Unterricht nicht viel helfe. Die Stärkung computer- und informationsbezogener Kompetenzen erfolge am besten in einem fachlich fundierten, didaktisch gut aufbereiteten und methodisch möglichst breit angelegten Unterricht. „Computer alleine“, so Marcus Hahn weiter, „hilft nicht viel. Es kommt auf den richtigen Mix von computerbezogenen und konventionellen Unterrichtsansätzen und Methoden an.“ Im Hinblick auf die Ausstattung der Schulen mit Computern stelle ICILS 2013 der deutschen Bildungspolitik nur ein durchschnittliches Zeugnis aus. Laut den Forschungsergebnissen hat die EDV-Ausstattung der Schulen in Deutschland zwar Fortschritte gemacht; allerdings seien hinsichtlich der Geräte auch noch erhebliche Defizite erkennbar, die Deutschland auf einen mittleren Platz im Länder-Ranking zurückwerfen. Dieser Befund gilt nach Angaben des Philologenverbands auch für die Gymnasien im Saarland. „Wir im Philologenverband sehen Investitionen an drei Punkten als vordringlich an: Erstens sollten die Schulen noch mehr als bisher von administrativen und technischen Aufgaben bei der Verwaltung und Pflege ihrer EDV entlastet werden. Zweitens sollten die bisher stark auf spezielle Computersäle ausgerichteten Investitionen ergänzt werden um ein Programm, das den Einsatz von EDV – z.B. in Form von Tablets oder Laptops – im Klassensaal und im alltäglichen Unterrichtsgeschehen unterstützt. Drittens sollten mehr Mittel für die Anschaffung der häufig teuren und wartungsintensiven Lernsoftware für den Fachunterricht bereitgestellt werden“, fasst Marcus Hahn den Standpunkt des Philologenverbands zusammen. Einen kaum zu unterschätzenden Beitrag für die Stärkung von computer- und informationsbezogenen Kompetenzen leistet nach Auffassung des Philologenverbands die Lehrerbildung. Beklagten noch vor wenigen Jahren die Schüler die angeblich zu geringe Sicherheit der Lehrkräfte im Umgang mit neuen Medien, sei deren sichere Beherrschung durch die Lehrer heute ein wesentlicher Erfolgsgarant. „Es wird viel zu oft übersehen, dass die Lehrkräfte auch im Saarland in den letzten Jahren mit Unterstützung der Fortbildungseinrichtungen, zum großen Teil aber in selbstständig organisierter Arbeit, eine rasche Modernisierung des Unterrichts vorgenommen haben“, so Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 6. September 2014

Die Vorstände der Philologenverbände aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben auf ihrer gemeinsamen Tagung im saarländischen Weiskirchen die Qualität in der gymnasialen Bildung in den Mittelpunkt ihrer Beratungen gestellt. „Die Frage der Qualität ist und bleibt das zentrale Thema in der Bildungspolitik, in Rheinland-Pfalz wie im Saarland“, resümierten die beiden Vorsitzenden, Malte Blümke (Philologenverband Rheinland-Pfalz) und Marcus Hahn (Saarländischer Philologenverband, SPhV) die lebhaften Diskussionen ihrer beiden Vorstände.

Nach gemeinsamer Auffassung beider Verbände ist unter Qualität in der Bildung in erster Linie ein hochwertiger, fachlich fundierter Unterricht zu verstehen. Allerdings herrscht in beiden Ländern Skepsis, ob die Bildungspolitik, die sich immer stärker auf soziale und wirtschaftliche Aspekte von Schule konzentriert, diesem Anspruch weiterhin gerecht werden kann. „Selbstverständlich steht das Gymnasium zu seiner sozialen Verantwortung“, so die gemeinsame Linie von Philologenverband Rheinland-Pfalz und SPhV, „unzweifelhaft muss aber die Vermittlung der Studierfähigkeit die Kernaufgabe des Gymnasiums bleiben. An dieser Maxime, die Eltern, Schüler, Universitäten, Arbeitgeber und Lehrkräfte gleichermaßen von dem  Gymnasium erwarten, muss sich die Bildungspolitik in allen Bundesländern messen lassen.“

Ein wichtiger Teilaspekt der Qualität in der Bildung ist nach Auffassung der Philologen auch die Lehrerbildung. „Gerade auf diesem Feld haben wir in der Vergangenheit zu viele Experimente gesehen.“ Kooperationen in der Lehrerbildung an den Universitäten über Ländergrenzen hinweg können nach Auffassung der Philologenverbände durchaus ein Erfolgsmodell sein. „Das funktioniert aber nur, wenn diese gründlich geplant und vor allem angemessen finanziert werden. Auch müssen die verschiedenen Lehrerbildungskonzepte in unterschiedlichen Bundesländern erst einmal aufeinander abgestimmt werden, wobei bei der fachlichen Qualität der Lehrerbildung keine Abstriche gemacht werden dürfen. Qualitätsverluste unter dem Deckmantel der Kooperation sind aber in keinem Fall hinnehmbar“, so Marcus Hahn und Malte Blümke.
Eine adäquate und altersgerechte Gestaltung der Lehrerarbeitsplätze stellt nach Auffassung der beiden Philologenverbände von Rheinland-Pfalz und Saarland ein drittes wichtiges Arbeitsgebiet der Qualität in der Bildung dar. „Insbesondere beim Thema Gesundheitsvorsorge für Lehrkräfte sind andere Bundesländer schon mehrere Schritte weiter als wir im Saarland“, bilanzierte Marcus Hahn den Gedankenaustausch aus saarländischer Sicht.

Pressemitteilung vom 7. August 2014

Am vergangenen Montag ist der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, Prof. Dr. Eduard Schaefer, im Alter von 85 Jahren verstorben.
Eduard Schaefer unterrichtete ab 1962 am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken Deutsch und Geschichte. Als Fachleiter hat Eduard Schaefer sich bereits ab 1964 große Verdienste bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses erworben. In dieser Zeit hat Eduard Schaefer auch durch seine Arbeit an den Lehrplänen für Geschichte, für Deutsch an Fachschulen sowie für Gemeinschaftskunde einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung seiner Unterrichtsfächer geleistet. Mit der Konzeption und Entwicklung des Staatlichen Instituts für Lehrerfortbildung – des heutigen LPM - hat Eduard Schaefer auch die Lehreraus- und Weiterbildung im Saarland maßgeblich geprägt.

Neben seinem enormen Arbeitspensum im Hauptberuf, das ihn ab 1986 als Oberstudiendirektor in die Leitung des traditionsreichen Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken führte, zeichnete Eduard Schaefer sich stets durch sein Engagement für die Interessen der Lehrkräfte an Gymnasien und für die Weiterentwicklung seiner Schulform aus. Eduard Schaefer gehörte bereits dem ersten Hauptpersonalrat der Gymnasien an. Vielfältige Initiativen begleiteten auch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Saarländischen Philologenverbands, den er von 1971 bis 1991 führte. So wirkte er beispielsweise im Projektrat „Unterrichtsdokumentationen“ des Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (München) oder in der Fachkommission für Prüfungsanforderungen im Fach Deutsch der Deutschen Kultusministerkonferenz. In seine Amtszeit als Vorsitzender des Saarländischen Philologenverbands fielen grundlegende Weichenstellungen im saarländischen Bildungswesen, bei denen Eduard Schaefer sich stets für das Wohl der Lehrkräfte und des Gymnasiums einsetzte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Vorsitzenden ernannte ihn der Saarländische Philologenverband daher auch zum Ehrenvorsitzenden.
„Mit Prof. Dr. Eduard Schaefer verliert die saarländische Bildungslandschaft eine herausragende Persönlichkeit. Mit seinem schier unglaublichen Wissen, mit seiner Gestaltungskraft, aber auch mit seiner Streitbarkeit wird Prof. Dr. Eduard Schaefer allen seinen Wegbegleitern in Erinnerung bleiben. Der Saarländische Philologenverband und das Gymnasium im Saarland hat dem Verstorbenen viel zu verdanken“, so Marcus Hahn, der amtierende Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.

Pressemitteilung vom 6. Juni 2014

Der Saarländische Philologenverband warnt vor Streichungen bei der Lehrerbildung an der Universität des Saarlandes. Vor allem die Schließung ganzer Studiengänge zerschlägt wertvolle Strukturen, ohne dass damit große Einspareffekte erzielt werden können. "Gerade weil die Fachrichtungen, in denen Lehrer ausgebildet werden, relativ kostengünstig arbeiten, muss man schon einen gewaltigen Kahlschlag anrichten, um überhaupt etwas zu sparen. Mit solchen Panikreaktionen wird massiver Schaden angerichtet", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.

Negative Auswirkungen befürchtet der Philologenverband auch für die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten der Region. Nach Auffassung des Philologenverbands sollten in einem ersten Schritt die Kooperationsmöglichkeiten mit den Nachbarn ausgelotet werden, damit man nicht erst nach voreiligen Kürzungen später bei anderen Hilfe anfordern muss. Das ist um so wichtiger, als die kooperativ organisierten Lehramtsstudiengänge in der Praxis studierbar sein müssen. Weder ist realistischerweise zu erwarten, dass andere Länder die Ausbildung unserer Lehrkräfte bezahlen, noch kann man Studenten zumuten, dass sie ständig zwischen mehreren Hochschulen pendeln.
In mittelfristiger Perspektive sieht der Philologenverband in den angekündigten Maßnahmen auch einen Bruch der Bestandsgarantie für den Bildungsbereich.
"Sollten die Sparpläne Wirklichkeit werden, muss die Landesregierung den Eltern erklären, dass es in Zukunft in bestimmten Fächern keine selbst ausgebildeten Lehrkräfte mehr gibt. Damit kann von einer Eigenständigkeit des Saarlandes im Bildungsbereich kaum noch die Rede sein", so Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 8. Mai 2014

Anhörung zur Änderung der Schulgesetze im saarländischen Landtag

„Heute sind erneut die Chancen, aber auch die Widersprüche und ungelösten Probleme der Umsetzung der Inklusion im Saarland deutlich geworden”, kommentierte Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, die Anhörung im Landtag zur Änderung schulrechtlicher Gesetze.
Als positives Zeichen wertet es der Saarländische Philologenverband, dass, nach anfangs stark ideologisch geprägten Debatten, die Fachleute nun die Ressourcenfrage ins Zentrum ihrer Überlegungen gerückt haben. Im Verlauf der Anhörung hat sich gezeigt, dass die demografische Rendite keinesfalls ausreichen wird, um die Kosten der Inklusion aufzufangen. Insbesondere befürchtet der Philologenverband, dass die Arbeitsbelastung für die Regelschullehrkräfte stark ansteigen wird; Mittel zur Entlastung der Lehrkräfte sieht der Gesetzentwurf aber nicht vor. Daher sind nach Auffassung des Philologenverbands Abstriche an den teilweise völlig utopischen Erwartungen an die Inklusion zwingend erforderlich.

„Der Bildungsminister steht in der Verantwortung, den Bürgern deutlich machen, dass Inklusion nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten machbar ist; Enthusiasmus alleine genügt nicht zur Umsetzung pädagogischer Projekte”, sagte Marcus Hahn am Rande der Anhörung.
Deutlich an Realitätsbezug gewonnen hat aus Sicht des Philologenverbands die Diskussion über die Rolle der weiterführenden Schulen bei der Inklusion.
„Diejenigen Stimmen, die die Inklusion dazu benutzen wollten, aus dem Gymnasium die Schule für alle zu machen, haben sich mittlerweile selbst ins Abseits gestellt. Heute wurde klargestellt, dass das Gymnasium seinen Beitrag zur Inklusion im Rahmen seines Auftrag zur Vorbereitung seiner Schüler auf ein Hochschulstudium und gemäß seinem Prinzip des zielgleichen Unterrichts leistet”, resümierte Marcus Hahn die Anhörung aus Sicht der Lehrkräfte an Gymnasien.
Unklar geblieben sind dagegen nach Einschätzung des Saarländischen Philologenverbands eine Vielzahl von praktischen Problemen, insbesondere bei der geplanten Tätigkeit von Beratern an Regelschulen. „Wer trägt die Verantwortung für pädagogische Maßnahmen, die eine Lehrkraft auf Ratschlag eines Inklusionsberaters einleitet?”, lautete beispielsweise eine der aufgeworfenen Fragen. Weiterhin unklar geblieben ist auch, wie die in der UN-Konvention zwingend vorgeschriebene erstrangige Berücksichtigung des Kindeswohls bei schulischen Entscheidungen im Saarland umgesetzt werden soll, wenn die geplante Gesetzesänderung z.B. bei der Wahl der Schule in erster Linie den Elternwillen zum Maßstab erhebt.
Nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands erfordert es der Wortlaut der UN-Konvention, bei solchen Entscheidungen sowohl die Schulaufsicht als auch die aufnehmenden Schulen, gegebenenfalls sogar medizinischen Rat und insbesondere die unterrichtenden Lehrkräfte in die Entscheidung einzubeziehen.

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