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Pressemitteilung vom 7. August 2014

Am vergangenen Montag ist der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, Prof. Dr. Eduard Schaefer, im Alter von 85 Jahren verstorben.
Eduard Schaefer unterrichtete ab 1962 am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken Deutsch und Geschichte. Als Fachleiter hat Eduard Schaefer sich bereits ab 1964 große Verdienste bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses erworben. In dieser Zeit hat Eduard Schaefer auch durch seine Arbeit an den Lehrplänen für Geschichte, für Deutsch an Fachschulen sowie für Gemeinschaftskunde einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung seiner Unterrichtsfächer geleistet. Mit der Konzeption und Entwicklung des Staatlichen Instituts für Lehrerfortbildung – des heutigen LPM - hat Eduard Schaefer auch die Lehreraus- und Weiterbildung im Saarland maßgeblich geprägt.

Neben seinem enormen Arbeitspensum im Hauptberuf, das ihn ab 1986 als Oberstudiendirektor in die Leitung des traditionsreichen Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken führte, zeichnete Eduard Schaefer sich stets durch sein Engagement für die Interessen der Lehrkräfte an Gymnasien und für die Weiterentwicklung seiner Schulform aus. Eduard Schaefer gehörte bereits dem ersten Hauptpersonalrat der Gymnasien an. Vielfältige Initiativen begleiteten auch seine Tätigkeit als Vorsitzender des Saarländischen Philologenverbands, den er von 1971 bis 1991 führte. So wirkte er beispielsweise im Projektrat „Unterrichtsdokumentationen“ des Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (München) oder in der Fachkommission für Prüfungsanforderungen im Fach Deutsch der Deutschen Kultusministerkonferenz. In seine Amtszeit als Vorsitzender des Saarländischen Philologenverbands fielen grundlegende Weichenstellungen im saarländischen Bildungswesen, bei denen Eduard Schaefer sich stets für das Wohl der Lehrkräfte und des Gymnasiums einsetzte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Vorsitzenden ernannte ihn der Saarländische Philologenverband daher auch zum Ehrenvorsitzenden.
„Mit Prof. Dr. Eduard Schaefer verliert die saarländische Bildungslandschaft eine herausragende Persönlichkeit. Mit seinem schier unglaublichen Wissen, mit seiner Gestaltungskraft, aber auch mit seiner Streitbarkeit wird Prof. Dr. Eduard Schaefer allen seinen Wegbegleitern in Erinnerung bleiben. Der Saarländische Philologenverband und das Gymnasium im Saarland hat dem Verstorbenen viel zu verdanken“, so Marcus Hahn, der amtierende Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.

Pressemitteilung vom 6. Juni 2014

Der Saarländische Philologenverband warnt vor Streichungen bei der Lehrerbildung an der Universität des Saarlandes. Vor allem die Schließung ganzer Studiengänge zerschlägt wertvolle Strukturen, ohne dass damit große Einspareffekte erzielt werden können. "Gerade weil die Fachrichtungen, in denen Lehrer ausgebildet werden, relativ kostengünstig arbeiten, muss man schon einen gewaltigen Kahlschlag anrichten, um überhaupt etwas zu sparen. Mit solchen Panikreaktionen wird massiver Schaden angerichtet", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.

Negative Auswirkungen befürchtet der Philologenverband auch für die Zusammenarbeit mit anderen Universitäten der Region. Nach Auffassung des Philologenverbands sollten in einem ersten Schritt die Kooperationsmöglichkeiten mit den Nachbarn ausgelotet werden, damit man nicht erst nach voreiligen Kürzungen später bei anderen Hilfe anfordern muss. Das ist um so wichtiger, als die kooperativ organisierten Lehramtsstudiengänge in der Praxis studierbar sein müssen. Weder ist realistischerweise zu erwarten, dass andere Länder die Ausbildung unserer Lehrkräfte bezahlen, noch kann man Studenten zumuten, dass sie ständig zwischen mehreren Hochschulen pendeln.
In mittelfristiger Perspektive sieht der Philologenverband in den angekündigten Maßnahmen auch einen Bruch der Bestandsgarantie für den Bildungsbereich.
"Sollten die Sparpläne Wirklichkeit werden, muss die Landesregierung den Eltern erklären, dass es in Zukunft in bestimmten Fächern keine selbst ausgebildeten Lehrkräfte mehr gibt. Damit kann von einer Eigenständigkeit des Saarlandes im Bildungsbereich kaum noch die Rede sein", so Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 8. Mai 2014

Anhörung zur Änderung der Schulgesetze im saarländischen Landtag

„Heute sind erneut die Chancen, aber auch die Widersprüche und ungelösten Probleme der Umsetzung der Inklusion im Saarland deutlich geworden”, kommentierte Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, die Anhörung im Landtag zur Änderung schulrechtlicher Gesetze.
Als positives Zeichen wertet es der Saarländische Philologenverband, dass, nach anfangs stark ideologisch geprägten Debatten, die Fachleute nun die Ressourcenfrage ins Zentrum ihrer Überlegungen gerückt haben. Im Verlauf der Anhörung hat sich gezeigt, dass die demografische Rendite keinesfalls ausreichen wird, um die Kosten der Inklusion aufzufangen. Insbesondere befürchtet der Philologenverband, dass die Arbeitsbelastung für die Regelschullehrkräfte stark ansteigen wird; Mittel zur Entlastung der Lehrkräfte sieht der Gesetzentwurf aber nicht vor. Daher sind nach Auffassung des Philologenverbands Abstriche an den teilweise völlig utopischen Erwartungen an die Inklusion zwingend erforderlich.

„Der Bildungsminister steht in der Verantwortung, den Bürgern deutlich machen, dass Inklusion nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten machbar ist; Enthusiasmus alleine genügt nicht zur Umsetzung pädagogischer Projekte”, sagte Marcus Hahn am Rande der Anhörung.
Deutlich an Realitätsbezug gewonnen hat aus Sicht des Philologenverbands die Diskussion über die Rolle der weiterführenden Schulen bei der Inklusion.
„Diejenigen Stimmen, die die Inklusion dazu benutzen wollten, aus dem Gymnasium die Schule für alle zu machen, haben sich mittlerweile selbst ins Abseits gestellt. Heute wurde klargestellt, dass das Gymnasium seinen Beitrag zur Inklusion im Rahmen seines Auftrag zur Vorbereitung seiner Schüler auf ein Hochschulstudium und gemäß seinem Prinzip des zielgleichen Unterrichts leistet”, resümierte Marcus Hahn die Anhörung aus Sicht der Lehrkräfte an Gymnasien.
Unklar geblieben sind dagegen nach Einschätzung des Saarländischen Philologenverbands eine Vielzahl von praktischen Problemen, insbesondere bei der geplanten Tätigkeit von Beratern an Regelschulen. „Wer trägt die Verantwortung für pädagogische Maßnahmen, die eine Lehrkraft auf Ratschlag eines Inklusionsberaters einleitet?”, lautete beispielsweise eine der aufgeworfenen Fragen. Weiterhin unklar geblieben ist auch, wie die in der UN-Konvention zwingend vorgeschriebene erstrangige Berücksichtigung des Kindeswohls bei schulischen Entscheidungen im Saarland umgesetzt werden soll, wenn die geplante Gesetzesänderung z.B. bei der Wahl der Schule in erster Linie den Elternwillen zum Maßstab erhebt.
Nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands erfordert es der Wortlaut der UN-Konvention, bei solchen Entscheidungen sowohl die Schulaufsicht als auch die aufnehmenden Schulen, gegebenenfalls sogar medizinischen Rat und insbesondere die unterrichtenden Lehrkräfte in die Entscheidung einzubeziehen.

Pressemitteilung vom 7. Mai 2014

Der Saarländische Philologenverband fordert, die Erfassung von Scans und Fotokopien für Unterrichtszwecke an saarländischen Schulen umgehend zu beenden. In dieser Woche wurden in großem Umfang Schulen ausgewählt, an denen die Lehrkräfte über einen Zeitraum von vier Wochen alle Kopien, die sie an Schüler verteilen, mit Hilfe eines Fragebogens erfassen sollen. Dadurch entsteht für die betroffenen Lehrkräfte ein erheblicher Arbeits- und Zeitaufwand.
"Gerade in diesem Jahr, in dem der Zeitplan für die Abiturkorrektur besonders eng ist, sind solche Mehrbelastungen einfach nicht tragbar", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Darüber hinaus stellt der Saarländische Philologenverband aber auch das ganze System der Erfassung von Kopien in Frage: "Es ist einfach nicht in Ordnung, ohnehin stark belastete Lehrkräfte scharenweise damit zu beschäftigen, Kopien zu zählen und Formulare darüber auszufüllen, anstatt Ihnen die Zeit für die Arbeit mit ihren Schülern zu lassen. Finanzielle Interessen von Verlagshäusern dürfen an den Schulen keinesfalls wichtiger sein als der Unterricht für wissbegierige Schüler", so Marcus Hahn weiter.
Bereits beim Abschluss der Vereinbarung zwischen den Bundesländern und den Verlagen im Jahr 2011 hatte der Philologenverband die Regelung als für die Öffentliche Hand relativ kostenträchtig und vor allem als zu bürokratisch kritisiert. Erst auf Proteste der Lehrerverbände hin war damals der geplante "Schultrojaner", eine Kontrollsoftware für Arbeitsplatzrechner und Schulnetzwerke, zurückgenommen worden.

 

Pressemitteilung vom 10. April 2014

Das Gutachten des Aktionsrats Bildung zur Belastung im Lehrerberuf hat nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands allen Zögerern und Zauderern die Folgen ihres Tuns klar vor Augen geführt: Das Saarland gefährdet die Gesundheit seiner Lehrkräfte, wenn die Landesregierung es nicht endlich schafft, ein institutionalisiertes System der Gesundheitsprävention für den Lehrerbereich aufzubauen und die viel zu hohe Stundenbelastung für die Lehrkräfte zu senken.
Modelle für Präventionssysteme im Lehrerbereich gibt es in anderen Bundesländern, so z.B. in Niedersachsen oder in Nordrhein-Westfalen, genug. Auch in Rheinland-Pfalz hat die dortige Landesregierung die Zeichen der Zeit erkannt und baut ein institutionalisiertes System der Lehrergesundheit auf.
Im Saarland sind solche Maßnahmen um so dringender, weil die Pflichtstundenbelastung der Lehrkräfte sehr viel höher ist als in anderen Bundesländern, und weil es im Saarland nach der Pensionierungswelle der letzten Jahre besonders viele junge Lehrkräfte gibt.
"Die Landesregierung hat den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst die Einführung eines Gesundheitsmanagements schon im letzten Jahr versprochen. Wenn das Bildungsministerium im Lehrerbereich nicht endlich aktiv wird, droht die Gefahr, dass mittelfristig eine ganze Generation von jungen Lehrkräften durch die ständig steigende Belastung in ihrem Beruf verbrannt wird", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Weiter sagt er: "Der Generationswechsel in den Lehrerkollegien gibt der Landesregierung die Chance, Präventions- und Entlastungsmaßnahmen vorzunehmen, die auf Dauer nicht nur den Beschäftigten helfen, sondern aufgrund der sinkenden Kosten für Beihilfen bei Krankheit und für Frühpensionierungen auch einen spürbaren Beitrag zur Entlastung der Öffentlichen Kassen leisten.“