Der Saarländische Philologenverband sorgt dafür, dass Sie auf dem Laufenden bleiben.
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Pressemitteilung vom 7. Mai 2014

Der Saarländische Philologenverband fordert, die Erfassung von Scans und Fotokopien für Unterrichtszwecke an saarländischen Schulen umgehend zu beenden. In dieser Woche wurden in großem Umfang Schulen ausgewählt, an denen die Lehrkräfte über einen Zeitraum von vier Wochen alle Kopien, die sie an Schüler verteilen, mit Hilfe eines Fragebogens erfassen sollen. Dadurch entsteht für die betroffenen Lehrkräfte ein erheblicher Arbeits- und Zeitaufwand.
"Gerade in diesem Jahr, in dem der Zeitplan für die Abiturkorrektur besonders eng ist, sind solche Mehrbelastungen einfach nicht tragbar", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Darüber hinaus stellt der Saarländische Philologenverband aber auch das ganze System der Erfassung von Kopien in Frage: "Es ist einfach nicht in Ordnung, ohnehin stark belastete Lehrkräfte scharenweise damit zu beschäftigen, Kopien zu zählen und Formulare darüber auszufüllen, anstatt Ihnen die Zeit für die Arbeit mit ihren Schülern zu lassen. Finanzielle Interessen von Verlagshäusern dürfen an den Schulen keinesfalls wichtiger sein als der Unterricht für wissbegierige Schüler", so Marcus Hahn weiter.
Bereits beim Abschluss der Vereinbarung zwischen den Bundesländern und den Verlagen im Jahr 2011 hatte der Philologenverband die Regelung als für die Öffentliche Hand relativ kostenträchtig und vor allem als zu bürokratisch kritisiert. Erst auf Proteste der Lehrerverbände hin war damals der geplante "Schultrojaner", eine Kontrollsoftware für Arbeitsplatzrechner und Schulnetzwerke, zurückgenommen worden.

 

Pressemitteilung vom 10. April 2014

Das Gutachten des Aktionsrats Bildung zur Belastung im Lehrerberuf hat nach Auffassung des Saarländischen Philologenverbands allen Zögerern und Zauderern die Folgen ihres Tuns klar vor Augen geführt: Das Saarland gefährdet die Gesundheit seiner Lehrkräfte, wenn die Landesregierung es nicht endlich schafft, ein institutionalisiertes System der Gesundheitsprävention für den Lehrerbereich aufzubauen und die viel zu hohe Stundenbelastung für die Lehrkräfte zu senken.
Modelle für Präventionssysteme im Lehrerbereich gibt es in anderen Bundesländern, so z.B. in Niedersachsen oder in Nordrhein-Westfalen, genug. Auch in Rheinland-Pfalz hat die dortige Landesregierung die Zeichen der Zeit erkannt und baut ein institutionalisiertes System der Lehrergesundheit auf.
Im Saarland sind solche Maßnahmen um so dringender, weil die Pflichtstundenbelastung der Lehrkräfte sehr viel höher ist als in anderen Bundesländern, und weil es im Saarland nach der Pensionierungswelle der letzten Jahre besonders viele junge Lehrkräfte gibt.
"Die Landesregierung hat den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst die Einführung eines Gesundheitsmanagements schon im letzten Jahr versprochen. Wenn das Bildungsministerium im Lehrerbereich nicht endlich aktiv wird, droht die Gefahr, dass mittelfristig eine ganze Generation von jungen Lehrkräften durch die ständig steigende Belastung in ihrem Beruf verbrannt wird", so Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands.
Weiter sagt er: "Der Generationswechsel in den Lehrerkollegien gibt der Landesregierung die Chance, Präventions- und Entlastungsmaßnahmen vorzunehmen, die auf Dauer nicht nur den Beschäftigten helfen, sondern aufgrund der sinkenden Kosten für Beihilfen bei Krankheit und für Frühpensionierungen auch einen spürbaren Beitrag zur Entlastung der Öffentlichen Kassen leisten.“

Pressemitteilung vom 8. April 2014

"Die Verschiebung der Inklusion an weiterführenden Schulen war der richtige Schritt. Gerade nach den Erfahrungen mit bildungspolitischen Schnellschüssen der Vergangenheit sind viele Lehrkräfte erleichtert über diese Entscheidung des Bildungsministers Commercon", kommentierte Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, die jüngsten Wortmeldungen zur Umsetzung der Inklusion im Saarland.
Zufrieden zeigte sich der Philologenverband damit, dass sich in der Debatte über die Inklusion zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass eine "Inklusion um jeden Preis" nicht im Sinne der Betroffenen ist.
Es sei ein auf den ersten Blick erstaunlicher, aber begrüßenswerter Schritt, wenn der Ex-Bildungsminister von den Grünen verlautbart, dass der besondere Bildungsauftrag des Gymnasiums einen besonders sensiblen Umgang mit dem Thema Inklusion erfordert, so der Philologenverband.
"Die Lehrkräfte an Gymnasien stehen zu ihrer Verantwortung für die Inklusion; es ist nötig und richtig, dass sie dabei darauf vertrauen können, dass die Politik nicht mehr von ihnen verlangt, als sie zu leisten vermögen", so Marcus Hahn weiter.

Pressemitteilung vom 21. März 2014

Initiative des Bildungsministeriums unterstreicht hohe Bedeutung von Ziffernnoten
Mit Unverständnis reagierte der Saarländische Philologenverband (SPhV) auf die Pläne des Bildungsministeriums, in der Unter- und Mittelstufe der Gymnasien die bewährte Notenskala durch das 15-Punkte-System zu ersetzen.
Ein großer konkreter Nutzen dieser Veränderung ist aus Sicht des Verbandes nicht zu erwarten, wohl aber verursacht der Vorstoß einiges an bürokratischem Aufwand und Kosten. Neben den einschlägigen Vorschriften müssen eigens für diese Maßnahme eine Reihe von Formularen in den Schulen neu gestaltet werden und auch die von den Schulen eingesetzte Software muss umgestellt werden. „Dafür geben wir Klaus Kessler eine Zwei in Mitarbeit, Ulrich Commerçon aber nur eine Drei in Verhalten”, spöttelte Marcus Hahn, der Vorsitzende des SPhV.
Positiv bewertet der SPhV dagegen, dass sich bei SPD und Grünen anscheinend die Einsicht durchgesetzt hat, dass Ziffernnoten eine große Bedeutung für die Information und die Orientierung von Eltern und Schülern zukommt. „Man muss sich aber doch fragen”, so Marcus Hahn weiter, „ob das Bildungsministerium angesichts der drängenden Probleme wie z.B. der Umsetzung der Inklusion oder den schwierigen Finanzierungsproblemen im Bildungsbereich wirklich nichts Dringenderes zu tun hat”.

 

Pressemitteilung vom 25. Januar 2014

„Wir im Philologenverband sind froh, dass die Benachteiligung von Behinderten im Schulsystem der Vergangenheit angehört. Deshalb gilt: Wenn jetzt die Inklusion eingeführt wird, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die bereits erzielten Erfolge nicht ausgerechnet dadurch aufs Spiel gesetzt werden”, fasst Marcus Hahn, der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands (SPhV), die Diskussion in seinem Verband über die Neufassung schulrechtlicher Gesetze zusammen.
Aus Sicht des SPhV beinhaltet der Gesetzentwurf schon in der gegenwärtigen Fassung eine Reihe guter Ansätze, so beispielsweise das gestufte Vorgehen bei der Einführung von Inklusion und die Erhaltung der Förderschulen mit ihrer unverzichtbaren personalen Kompetenz und Ausstattung. Scharfe Kritik dagegen erntet in den Reihen der Lehrkräfte der Versuch, die Inklusion quasi zum Sparmodell zu machen, indem dadurch Geld für Förderlehrkräfte eingespart wird. „Maßstab zur Beurteilung des Gesetzes muss doch wohl sein, inwiefern es Verbesserungen bei der Arbeit mit den Schülern bringt”, so Marcus Hahn. Nach Auffassung des SPhV darf es vor allem nicht sein, dass zur Finanzierung der Inklusion auf Mittel aus der demographischen Rendite spekuliert wird, die irgendwann einmal in unbestimmter Höhe freiwerden - zumal die zur Umsetzung benötigten Förderlehrer im Saarland gar nicht vorhanden sind.
Deutlich wird das Ressourcenproblem für den Philologenverband bei dem Vorhaben, Inklusionsberater zur Beratung von Regelschullehrkräften vorzusehen, ohne allerdings die Regelschullehrkräfte dann auch in gleichem Umfang für die Beratung freizustellen. „Wen sollen die Inklusionsberater denn beraten, wenn die Regelschullehrkräfte keine Zeit dafür haben?” Ähnliches gilt für den Verband für den Bedarf im Bereich der baulichen und vor allem im Bereich der Sachausstattung, der bei entsprechenden Diskussionen fast immer übersehen wird. Ganz abgesehen von der Barrierefreiheit der Schulen, die schätzungsweise noch mindestens fünf bis zehn Jahre Investitionstätigkeit der Schulträger erfordert, gibt es für sehr viele Schulfächer noch gar kein inklusionstaugliches pädagogisches Material.
Angesichts der personellen, baulichen, sachlichen und pädagogischen Investitionen, die nötig sind, um die Arbeit mit behinderten Schülern an Regelschulen zu verbessern, verbietet sich nach Meinung des SPhV eine Inklusion nach dem Gießkannenprinzip.„Die geringen Mittel, die uns im Saarland zur Verfügung stehen, sollten unbedingt konzentriert eingesetzt werden, um qualitativ überzeugende und gut durchdachte Maßnahmen durchzuführen. Übereilt konstruierte und mangelhaft finanzierte Projekte dagegen - das hat die Bildungspolitik im Saarland oft genug unter Beweis gestellt - führen nur zu Sorgen und zu Unruhe bei Eltern und Lehrkräften und schaden damit sogar eher den damit verfolgten Zielen”, so die Bewertung des SPhV.
Als „ziemlich weltfremd” bezeichnete der Saarländische Philologenverband die Diskussion über die Inklusion an Gymnasien, die vor einigen Wochen in der Presse geführt wurde. Selbstverständlich wird am Gymnasium niemand aufgrund äußerer Merkmale benachteiligt; wer das unterstellt, diffamiert nach Meinung des SPhV in schwer erträglicher Weise die vielen Lehrkräfte, die sich an Gymnasien im ganzen Land für ihre Schüler mit Behinderungen ebenso einsetzen wie für ihre nicht-behinderten.
„Selbst gezielte Attacken dieser Art werden uns am Gymnasium aber nicht dazu verleiten, Versprechungen zu machen, die wir nicht halten können. Mit seinem besonderen Bildungsauftrag und mit dem Prinzip des zielgleichen Unterrichts, der am grundständigen Gymnasium bereits ab Klassenstufe 5 auf die Allgemeine Hochschulreife ausgerichtet ist, kann und soll das Gymnasium nicht die Schule für alle sein”, so Marcus Hahn. Insofern ist aus Sicht des SPhV der Mut des saarländischen Bildungsministers Ullrich Commerçon zu loben, der in seinem Gesetzentwurf zur Inklusion - anders als manche seiner Kollegen in anderen Bundesländern - dem Druck derjenigen widerstanden hat, die die Inklusion nur als Brechstange zur Abschaffung des Gymnasiums benutzen wollen.