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Pressemitteilung vom 11. April 2010

Gesamtverband Moderne Fremdsprachen (GMF), Deutscher Altphilologenverband (DAV) Saar und Saarländischer Philologenverband (SPhV) kritisieren die neue Stundentafel

„Die neu geschaffene Abwahlmöglichkeit der dritten Fremdsprache in Klassenstufe 10 stellt die Fremdsprachen in eine Konkurrenz, die weder aus fachlicher noch aus pädagogischer Sicht sinnvoll ist", lautet die geschlossene Kritik der Fremdsprachenlehrer an der neuen Stundentafel für das Gymnasium. Nach der jetzt erfolgten Neuregelung führt der Pflichtunterricht in der dritten Fremdsprache zu einem Lernstand, der unter den Mindestanforderungen liegt, die viele Arbeitgeber bei Bewerbern um einen Arbeitsplatz voraussetzen.
Die Abwahlmöglichkeit ist aber auch deshalb zu kritisieren, weil Schüler, die sich in Klassenstufe 7 für den sprachlichen Zweig entschieden haben, damit rechnen müssen, ihr gewähltes Fach nicht bis zum Abitur weiterführen zu können. Für den späteren Bildungsweg relevante Entscheidungen werden auf diese Weise weit nach vorne, nämlich bis in die Klassenstufe 7, vorverlegt. Außerdem werden die Schüler so um die Chance betrogen, anhand von Originaltexten und authentischen Sprechsituationen interkulturelle Kenntnisse zu erwerben.

Die neue Regelung fördert auch jenen Zweckopportunismus, der letztlich dazu führt, dass eine sinnvolle und am Schüler orientierte Aufgabenteilung zwischen den Fremdsprachen nicht mehr möglich ist. Wer als Schüler in der Mittelstufe seinen Interessen folgt, wird dafür in Zukunft möglicherweise sogar mit einem Schulwechsel bestraft, wenn die gewünschte Sprache in der Oberstufe nicht mehr angeboten werden kann.
Angesichts der Kritik der Fremdsprachenlehrer erneuert der Saarländische Philologenverband seine Forderung, das Inkrafttreten der Stundentafel auszusetzen, bis die fachlichen, pädagogischen und schulorganisatorischen Probleme geklärt sind. „Die anhaltende Kritik zeigt, dass - anders als gebetsmühlenartig behauptet - eben doch nicht in ausreichendem Maße Kompetenz der Fachleute in den Entscheidungsprozess eingeflossen ist.", so der bildungspolitische Sprecher des SPhV, Marcus Hahn.

Pressemitteilung vom 28. März 2010

Nationalsozialismus kein Pflichtthema mehr im Geschichtsunterricht

Als ein „bundesweit einmaliges Beispiel für Geschichtsvergessenheit“ bezeichnet der Saarländische Philologenverband (SPhV) die neue Stundentafel für das Gymnasium. Wie den Schulen am letzten Tag vor den Ferien kurzfristig mitgeteilt wurde, wird Geschichte in Klassenstufe 10 der Gymnasien nur noch ein Wahlfach sein.
„Das kann nichts anderes bedeuten, als dass saarländische Abiturienten in Zukunft in der Schule nichts mehr über den Holocaust, die beiden Diktaturen in Deutschland, aber auch nichts mehr über die deutsch-französische Aussöhnung erfahren – so lange sie das nicht eigens wählen“, so der bildungspolitische Sprecher des SPhV, Marcus Hahn. Dies sei gerade in einer Grenzregion, die sich ihrer besonderen Stellung zwischen Deutschland und Frankreich immer bewusst gewesen ist, ein untragbarer Zustand.
Zumindest in diesem Punkt hat der Minister bei seiner Vorstellung der Stundentafel nach Ansicht des SPhV zudem die Öffentlichkeit unvollständig informiert. Es wurde angekündigt, dass die überarbeitete Stundentafel dem Votum der zuvor angehörten Fachleute entspreche. Die Auffassung, wichtige Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts für Schüler fakultativ zu stellen, hat aber aus leicht verständlichen Gründen niemals Zustimmung der Verbände und Gremien erhalten.
Angesichts der ständigen Querelen um die Stundentafel, die die Öffentlichkeit nun schon seit Wochen beschäftigen, fordert der SPhV, das Vorhaben ganz zurückzunehmen und stattdessen zuerst den Lehrplanexperten Gelegenheit zur Erarbeitung fachlich und pädagogisch vernünftiger Konzepte zu geben. Die Strukturfrage Stundentafel müsse gegenüber den Inhalten zweitrangig bleiben.

 

Pressemitteilung vom 26. März 2010

Philologenverband fordert die Einberufung eines Bildungskonvents

„Die schulpolitische Debatte im Saarland ist völlig verfahren“, resümierte Dr. Marcus Hahn, der bildungspolitische Sprecher des Saarländischen Philologenverbands, den Verlauf einer gut besuchten Podiumsdiskussion zur Bildungspolitik in Saarbrücken. Völlig offen blieb auch die Verfassungsfrage. Einzig die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Gisela Rink, wollte sich auf eine Bestandsgarantie für das Gymnasium im Verfassungstext festlegen.
„Richtig klar geworden ist nur, dass – außer vielleicht dem Staatssekretär im Bildungsministerium – keiner der Beteiligten die Einführung eines fünften Grundschuljahrs befürwortet.“ Eigene Konzepte für die zukünftige Schullandschaft im Saarland konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings auch keine der im Podium vertretenen Parteien vorlegen. Dies rief große Enttäuschung bei den Eltern, Schülern und Lehrern im Publikum hervor. Mehrfach appellierten Diskussionsteilnehmer an die Verantwortung der Politik und warnten vor „übereilten“ und praktisch kaum durchführbaren Reformvorhaben.
„Jetzt muss es darum gehen, den Weg der Vernunft zu beschreiten. Das kann nur heißen: Einberufung eines Bildungskonvents, in dem neben der Politik alle Beteiligten, also Eltern, Lehrer und Schüler gemeinsam an einer Lösung für die Grundprobleme der saarländischen Bildungslandschaft arbeiten“, so Marcus Hahn.
Einer Politik nach dem Hauruck-Verfahren erteilt der Saarländische Philologenverband dagegen eine klare Absage. Zur Zeit könne niemand genau sagen, welche Maßnahmen die besten sind, um die drängenden Fragen wie Personal- und Sachausstattung der Schulen, Qualität der Abschlüsse und Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit zu lösen. Daher müssen Reformen auf einem möglichst breiten Konsens aller Beteiligten beruhen und dürfen erst nach sorgfältiger Überprüfung angegangen werden.
Ein paritätisch besetzter Bildungskonvent, der ein Konzept für die zukünftige Bildungslandschaft im Saarland erarbeitet, könnte genau diese Arbeit leisten. Eine überhastete Entscheidung in der Strukturfrage stellt dagegen nichts weiter als ein unverantwortliches Experiment auf dem Rücken der Schüler dar.
„Die weiter wachsende Akzeptanz des grundständigen Gymnasiums bei Eltern und Schülern zeigt jedenfalls, dass die Einheitsschule eindeutig der falsche Weg ist“, so Marcus Hahn. Angesichts der wachsenden Probleme im Bereich der äußeren Rahmenbedingungen schulischen Lernens muss sich das Bildungssystem aber neuen Herausforderungen stellen. Dazu gehört – neben der Sicherung der Qualität der Bildung - auch, noch mehr Verantwortung für Schüler aus bildungsfernen Haushalten zu übernehmen und auf die veränderte Lebenssituation in vielen Familien Rücksicht zu nehmen. Hier ist das know-how aller Schulformen gefragt, die auch eigene Schulkulturen entwickelt haben und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft unseres Landes leisten.

 

Pressemitteilung vom 22. März 2010

Philologenverband zur Veröffentlichung der Anmeldezahlen für weiterführende Schulen durch das Bildungsministerium

„Nach der Veröffentlichung der Anmeldezahlen für weiterführende Schulen durch das Bildungsministerium (41,2% Gymnasium, 31,7% Erweiterte Realschule, 19,1% Gesamtschule) muss sich die Landesregierung jetzt fragen, ob sie vor dem Hintergrund der äußerst angespannten Finanzsituation des Landes immer noch an einer extrem teuren Schulstrukturänderung festhalten will“, so der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbandes Klaus Lessel, „obwohl die Eltern durch ihr Anmeldeverhalten dem Gymnasium ihr Vertrauen ausgesprochen haben.“

„Die Anmeldezahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, so Lessel weiter. Das Gymnasium (und zwar jetzt sogar das achtjährige Gymnasium) sei die am stärksten nachgefragte Schulform. Die Anmeldezahlen an den Gymnasien seien noch gestiegen, obwohl die Schülerzahlen wegen des demographischen Wandels insgesamt zurückgegangen seien. Damit sei bewiesen, dass die Eltern vor allem dem Gymnasium zutrauten, ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu vermitteln.

„Es ist nicht einzusehen, warum gerade jetzt eine Schulstrukturänderung durch eine Verfassungsänderung durchgepeitscht werden soll, die erhebliche finanzielle Mittel verschlingt, den gerade in Gang gekommenen Evaluationsprozess des achtjährigen Gymnasiums blockiert und wiederum eine unnötige Unruhe in die saarländische Schullandschaft trägt“, so Lessel abschließend. Die Landesregierung habe es in der Hand, den Elternwillen zu respektieren und das Gymnasium sich in Ruhe weiter entwickeln zu lassen.

 

Pressemitteilung vom 02. März 2010

Philologenverband zur Vorstellung der überarbeiteten Stundentafel des achtjährigen Gymnasiums durch den Bildungsminister

„Mit völligem Unverständnis muss der Saarländische Philologenverband (SPhV) wieder einmal feststellen, dass der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler noch nicht einmal die Stellungnahme der Verbände abwartet (Termin 17.03.2010)“, so der Vorsitzende Klaus Lessel, „bevor er die Einführung einer überarbeiteten Stundentafel für das achtjährige Gymnasium zum Schuljahr 2010/2011 verkündet.“
„Beim ersten Blick auf den Entwurf sind durchaus positive Elemente sichtbar (die schon lange vom Philologenverband gefordert worden sind): Einführung einer Klassenleiterstunde in der Klassenstufe 5, Stärkung der Kernfächer der Mittelstufe durch Stundenerhöhung, keine Ein-Stundenfächer“, so Lessel weiter. Beim genaueren Hinsehen falle in den Klassenstufen 5 und 6 ein neues 3- bzw. 2-stündiges Fach „Naturwissenschaften“ auf, für das es noch keinen Lehrplan gebe und dessen Inhalte auch nicht näher bestimmt würden. Hier werfe wohl schon die Einführung eines siebenjährigen Gymnasiums ihre Schatten voraus.
„Letztlich ist nicht einzusehen, warum die überarbeitete und scheinbar an einigen Stellen mit heißer Nadel gestrickte Stundentafel unbedingt zum neuen Schuljahr eingeführt werden muss“, so Lessel abschließend. Die Probleme, die mit der überhasteten Einführung des G8 geschaffen worden seien, beschäftigten die Schulen und die Lehrplankommissionen heute noch immer. Die Frage einer Schuldstrukturänderung sei völlig offen. Warum müsse jetzt eine weitere hektische Unruhe in die Schulen getragen werden.

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